Erzähl es mir, ich bin doch da für dich


Ich meine, es ist doch so. Manchmal trifft man Menschen, die will man gar nicht treffen. Es gibt viele Gründe, warum, aber der Hauptgrund ist immer der Gleiche – es sind Arschlöcher. Und kein Geheimnis: Ich hab echt Angst vor denen, weil auf den ersten Blick erkennst du sie nicht als solche und dann, wenn man allzu lang neben ihnen verweilt, besteht Ansteckungsgefahr. Wintergrippe Kindergeburtstag. Da fängst du dann irgendwann selbst an, zu stinken. Und es gibt kein Mittel dagegen. Wär aber schon cool irgendwie.

Wie bei einer Erkältung gehst du in die Apotheke und dann: „Guten Tag. > Guten Tag, Wie kann ich Ihnen helfen? > Hm. Ich hätte gern ein Mittel gegen Arschlochitis. Ich glaube, ich habe mich selbst ein bißchen angesteckt. > Oh das hört sich ja scheiße an, da haben wir aber ein ganz tolles neues Mittel von Bayer. Anal Komplex mit Vitamin C. Hilft schnell und ohne Nebenwirkungen. Möchten Sie Creme oder Brausetabletten? > Hm. Hört sich gut an. Haben sie vielleicht auch Zäpfchen für mich? Soll ja am Wirkungsvollsten sein.“

Am Wochenende war ich auf dem Geburtstag einer Freundin. Neben vielen netten Gästen, leckerem Essen und abwechslungsreicher Musik war da auch so ein komischer Kerl, nennen wir ihn Carlo Culo. Auf meine Frage, ob ich ihm eine Frage bezüglich seines Berufs stellen dürfe, antwortete Herr Culo mit einer abwehrenden Handbewegung: „Halt, Stopp, Nein. Nichts für ungut, aber ich habe keine Lust am Wochenende über meine Arbeit zu sprechen. Ich weiß, wie das läuft. Auf die erste Frage, folgt die nächste und blablabla. Da hab ich echt keinen Bock drauf.“

Ich blickte Carlo Culo etwas irritiert an, klopfte ihm liebevoll auf die Schulter und bot ihm als echter Menschenfreund meine Hilfe an. „Erzähl doch mal. Was bedrückt dich denn so? Liebeskummer, Arbeitsstress, Verdauungsbeschwerden? Kannst es mir ruhig sagen. Ich hör dir auch zu. Bin doch da für dich. Möchtest du vielleicht eine Anal Komplex mit Vitamin C? Hilft schnell und ohne Nebenwirkungen. Habe ich heute für dich besorgt. Extra als Zäpfchen.“

Irgendwie fühlte Carlo sich verarscht und ging. Keine Ahnung, warum. Ich wollte ihm doch nur helfen. Er war ein Freund von meinem Bruder. Und hey, jeder, der nett zu mir war, bekam auch eine nette Antwort. Ich roch an mir und stank ein bißchen. Kacke. Jetzt hatte es auch mich erwischt. So ist das halt mit ansteckenden Krankheiten, dachte ich. Nun war auch ich ein Arsch und fand es gut so.

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2 Gedanken zu “Erzähl es mir, ich bin doch da für dich

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