Game, Set, Tschüss oder die besten Schlussmachsätze der Welt

Gestern haben meine Frau und ich „Battle of Sexes“ gesehen. In dem Film geht es um ein Tennismatsch zwischen der jungen Tennisspielerin Billie Jean King und dem alten Tennisspieler Bobby Riggs,  aber vor allem um Gleichberechtigung und die Kunst des Schlussmachens. Schlussmachen von Ehen, Karrieren und Vorurteilen. 

Der Film ist ganz  nett, kann man sich anschauen, muss man aber nicht. Eine Szene für die Ewigkeit hat er dennoch. Da macht die Frau von Bobby Riggs mit ihm Schluss. Das Besondere: Sie macht das so elegant und endgültig, dass wir alle daraus lernen können, wenn wir das nächste Mal mit jemanden Schluss machen. Es sind die besten Schlussmachsätze der Welt. 

Folgendes sagt sie zu ihrem Mann: 

„Bobby, ich liebe dich. Ich liebe es, wie du mich zum Lachen bringst. Ich liebe deine verrückten Ideen und all deine Maschen. Wie du einen ganzen Raum mit Leben füllst, wenn du rein kommst. Du gibst mir immer ein gutes Gefühl. Das vermisse ich sehr. Aber ich brauche einen Ehemann. Jemanden, der zuverlässig ist, auf den ich mich verlassen kann. Und das bist du nicht. Und das ist okay. Es ist mehr als okay. Es ist wundervoll, weil dieser Teil auch zu dir gehört. Ich kann nur nicht mehr mit diesem Menschen zusammensein. Es geht nicht. Es tut mir so leid.“ 

Hammer, oder? Diese tolle Frau hat nicht nur mit Bobby Schluss gemacht, sie hat ihn auf die beste vorstellbare Art weg gelobt. Sie hat seine und ihre Würde gewahrt und kann mit erhobenen Hauptes das alte verlassen und ihr neues Leben beginnen. Die Struktur dabei ist ganz einfach. Ich habe sie in 4 leicht zu bewältigende Schritte gefasst:

  1. Man lobt den anderen für das was er ist. 
  2. Man lobt den anderen für das was er ist. 
  3. Man lobt den anderen für das was er ist. 
  4. Man lobt den anderen für das was er ist. 

Wenn ihr gerade mit dem Gedanken spielt, euch von eurer PartnerIn zu trennen, orientiert euch an diesem Schema und ihr macht Schluss in nullkommanix, easy peasy, mit einem guten Gefühl für beide, ganz ohne böses Blut. Euer Freund ist ein nichtsnutziger Loser? Sagt ihm das bitte nicht ins Gesicht. Kehrt lieber seine Stärken in den Vordergrund: 

„Martin, ich liebe es, wie du den ganzen Tag auf der Couch abhängst. Ich liebe deine Chillqualitäten. Und wie du eine ganze Chipstüte in fünf Minuten leer kriegst, ist atemberaubend. Du gibst mir immer das Gefühl, mehr auf meine Ernährung achten zu müssen. Das schätze ich sehr. Aber ich brauche einen Spaziergänger. Jemand, der mit mir in den Park geht, mit dem ich eine Runde um den Block drehen kann. Und das bist du nicht. Und das ist okay. Es ist mehr als okay. Du bist faul, weil dieser Teil auch zu dir gehört. Ich kann nur nicht mehr mit diesem Menschen zusammensein. Es geht nicht. Es tut mir leid.“ 

Stark, was? Diese Struktur lässt sich in jeder Lage und bei jedem Gegenüber anwenden. Du hast Martin verlassen, und dir einen Hund geholt, der mit dir in den Park geht, wünscht dir aber nun eine Katze. Sag es Bello mit freundlichen Worten:

„Bello, ich liebe es, wie du den ganzen Tag Platz und Sitz machst. Ich liebe deine Haufen und wie du die Stöckchen holst, das können nicht viele Hunde, na ja, eigentlich doch. Aber du machst das schon besonders toll, bist ein ganz Feiner. Aber ich brauche eine Katze. Eine, die schnurrt und knurrt, die ins Katzenklo macht, der ich die Tür aufmache und sie geht selbst Gassi, ohne dass ich dabei sein muss. Und das kannst du nicht, weil du nunmal ein Hund bist. Und das ist okay.  Es ist mehr als okay. Aber ich will eine Katze. Es tut mir leid.“ Und dann zack ins Tierheim. Stöckchen hinterher. 

Elegantes und endgültiges Schlussmachen nach der Billy-Riggs-Seiner-Frau-Methode. Es ist Magie. Probier es doch heute gleich mal aus. Vielleicht gegenüber deinem Arbeitgeber, dem Chef, der Vorgesetzten, der du nicht mehr vertrauen möchtest. Denk dabei an die vier Schritte. Lob, Bedürfnis, Wiederholung, Abschied und los:   

„Frau Ziegenhirtin. Ich liebe es, wie sie mir den ganzen Tag Aufträge erteilen. Ich liebe ihren herrischen Ton und ihre Kompromisslosigkeit. Und wie schnell sie ein eingeräumtes Verkaufsregal wieder ausräumen, indem sie mit der Hand flink über die Regalreihen wischen, damit ich die am Boden liegenden Produkte endlich so einräume, wie sie es sich wünschen, Hut ab. Da können sich andere Choleriker eine Scheibe von abschneiden. Aber ich brauche eine andere Chefin. Eine, die mich wertschätzt und nett mit mir umgeht. Die mir auch mal erlaubt, früher Feierabend zu machen, wenn nicht so viel los ist. Und das sind sie nicht. Und das ist okay. Es ist mehr als okay. Sie sind einfach ein Ungeheuer von einer Chefin, weil dieser Teil auch zu Ihnen gehört. Ich kann nur nicht mehr Ihnen zusammenarbeiten. Es geht nicht mehr. Es tut mir leid, Sie verdammtes Miststück. Ich hasse Sie, mögen Sie bald in heißem Frittierfett verschmoren. Ade.“

Wann habt ihr das letzte Mal Schlussgemacht? Mit wem war das und wie genau ist es gelaufen? Schreibt mir, ich freue mich auf eure Kommentare. Wenn ihr weitere Geschichten hier lest oder euch meine Videos auf youtube anschaut, freut mich das auch. Tschüss. 😉