Denk positiv, aber nicht dumm

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Ich lese gerade „The Secret“, also „Das Geheimnis“ von Rhonda Byrne. Warum? Weil ich eine Abkürzung suche, ein erfolgreicher Schriftsteller und Komiker zu werden.

Das Buch liest sich echt leicht, eigentlich braucht man für die Lektüre keine fünf Minuten. Da steht nämlich auf jeder Seite in jedem Satz immer das Gleiche. Die Botschaft: Was du glaubst, denkst und fühlst, ziehst du unweigerlich an. Es widerfährt dir.

Heißt, wenn du in einen Hundehaufen trittst, ist das so vorgesehen, weil du dir gewünscht hast, in Scheiße zu treten. Jeden Abend hast du wahrscheinlich bewusst oder unbewusst gedacht, „Bitte, Universum, lass es geschehen, lass mich in Scheiße treten.“

Dann hast du ganz fest daran geglaubt und heppa, wie der Franzose sagt, ein paar Tage später, hast du deinen Wunsch empfangen. Ein kleiner Labradorwelpe hat deine Eingebung empfangen und dir vor die Haustür gekackt.

Ein weiteres Beispiel, um „Das Geheimnis“ zu verdeutlichen:
Wenn dir jemand seitlich ins Auto fährt, dann ist nicht der andere schuld, sondern du. In deinem kranken, verdrehten Psychohirn nämlich hast du dir gewünscht, dass das passiert. Und heppa.

Kleiner Trost, du bist nicht alleine schuld, den der andere ist geistig nicht viel gesünder als du, hat sich das irre Schwein doch unbändig gewünscht, dir in die Seite zu fahren.

Die Welt ist das, wofür wir sie halten. Das Gesetz der Anziehung wirkt dabei uneingeschränkt. Ganz so wie das Gesetz der Schwerkraft. Wenn du stolperst und dir dein Gesicht anhaust, wirken quasi beide Gesetze zum gleichen Zeitpunkt.

Das Irrste ist aber folgendes Geheimnis: Wenn du übergewichtig bist, denkst du „dicke Gedanken“. Kein Scherz, steht so auf Seite 76 des Buches.

Iss ruhig deinen Hamburger weiter, dein Hüftspeck hat nichts mit deiner Nahrungsaufnahme zu tun. Du musst einfach damit beginnen, „dünne Gedanken“ zu denken.

Zitat: „Wahrscheinlich kennen sie jemanden, der dünn ist und dabei frisst wie ein Scheunendrescher. Er erklärt stolz: >Ich kann essen, was ich will, und habe trotzdem immer das Idealgewicht.<“ Na herzlichen Glückwunsch, der Glückliche. Dass er sich womöglich nach dem Essen einen Finger in den Mund steckt, steht nirgends, weil positiv, wir müssen immer alles positiv sehen.

Da hab ich mich bei der Lektüre schon kurz gefragt, ob laut Rhonda Byrne AIDS-Kranke vielleicht zu positiv gedacht haben. So in der Art, „Ach, poppen ohne Gummi, wird schon gut gehen.“

Aber ich will ja nicht gehässig sein, natürlich habe ich das Gesetz der Anziehung selbst ausprobiert und ich gebe zu, es funktioniert.

Neulich bin ich zum Bäcker und hab mir laut vor der Theke eine Breze gewünscht, als der Bäcker mich fragte, was ich möchte. Ob du es glaubst oder nicht, in nullkommanix bekam ich die Breze.

Daheim hab ich mir dann sehnlichst gewünscht, dass ich nicht den Müll raus bringen, das Bad putzen und die Katzenkotze wegwischen muss. Das hat dann weniger gut geklappt. Dass liegt aber daran, das dass Universum kein „nicht“ kennt und die Verneinungen in positiver Weise erfüllt.

Als meine Frau von der Arbeit nach Hause kam, erfüllte sich mir jeder einzelne Wunsch. Seitdem glaube ich ja fest, dass sie mein Universum ist.

Am Abend habe ich mir dann gedacht, dass das Buch, dass ich gerade lese, voll der Müll ist, und heppa, plötzlich landete es in ebendiesem.

Fazit: Denk positiv, aber sei nicht dumm. Es gibt keine Abkürzung, die du nehmen kannst, um das zu erreichen, was du wirklich möchtest. Glaub an dich und denk an deine Wünsche, aber arbeite auch an ihnen. Das Universum pfeift auf dich.

Wenn du Gewicht verlieren willst, nimm weniger Kalorien zu dir, als du verbrauchst und beweg dich. Wenn du erfolgreicher Schriftsteller und Komiker werden möchtest, schreibe gute Geschichten und erzähle witzige Sachen.

Wenn du dabei in Scheiße trittst, liegt es daran, dass immer jemand auf deinen Weg kackt. Solange du nicht denkst, dass das deine Schuld ist, bleibt alles gut.

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