Nihil sub sole novum

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Tustica in Kroatien am 26.August 2016 um 10:54
Lese Die geheime Geschichte von Donna Tartt. Kaum zu glauben, das sie den grandiosen Distelfink geschrieben hat, wo dieser Roman mich irgendwie komplett kalt lässt. Viel interessanter erscheint mir der Traum meiner Frau von letzter Nacht.
Eine dicke Katze mit zwei Köpfen auf dem Balkon. Einen Moment später ist der Balkon in der Mitte geteilt und durch ein Geländer getrennt. Aus der Katze sind zwei geworden. Aus den Köpfen vier. Zwei davon sind lebendig. Zwei davon sind tot. Während meine Frau meint, dass das durchaus positiv zu deuten ist, denn auch wenn die zwei Köpfe leblos sind, können die Katzen von nun an ein eigenständiges Leben führen, sehe ich die andere Seite der Medaille.
Durch die Trennung ist ein Teil von ihnen gestorben und unwiederbringlich verloren. So ist irgendwie auch jeder Moment, den wir durchleben. In jedem steckt ein wenig Freude und ein wenig Trauer.
Neben mir schläft ein Baby und weiß noch nicht, dass es so ist. Und ich werde versuchen, ihr dieses offene Geheimnis so lang wie möglich zu verheimlichen. Das große kleine Mädchen hingegen ahnt schon ein wenig davon. Es hat Hunger und ruft nach ihrer Mama. Dadurch weckt sie das Baby und der Vater wird wütend, weil seine Schreibzeit zu Ende ist, bevor sie zu Ende war. Vor ihm das Meer wie immer. Und ein frisch verliebtes Paar. Er spiegeltreflext sie, wie sie auf einem Stein posiert, während hinter ihr ein Mann mit Maske und Schnorchel aus dem Wasser taucht, zurück von seiner Suche nach dem Nichts.

Aus der Reihe “Fünf Minuten”. Weitere Beiträge findest du hier