Von Fahrneuren und Dödeln

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Eine Bank auf einer Straße am Maisfeld am 5.9.19 um 19.37 Uhr 
Sitze auf einer Bank zwischen Gauting, Gilching und Germering, irgendwo zwischen Feld, Wald und Straße.
Ich höre zwei verschiedene Arten von Tiergeräuschen, ein Auto und die S-Bahn.
Vor mir ragt ein Maisfeld in den bewölkten Himmel.
Mein Shirt klebt an meiner Haut. Eine Stimme nähert sich.
Es ist die Stimme eines schneidigen jungen Mannes auf einem Hollandrad. Er trägt ein türkises Hemd und telefoniert mit jemandem, während er an mir vorüber fahraniert.
Ja, fahraniert, mit dem Fahrrad flaniert.
Das ist wie Cruisen, nur schöner, eleganter, schneidiger, weil man hier nicht auf die Coolness achtet, weil die egal ist. Fahranieren eben.
„Hast du gesehen, wie geschmeidig er auf seinem Sattel durch die Straßen gleitet?“
„Oh, ja, echt fahraneuös.“

Halb Flaneur, halb Radler, ein Fladler. Oder ein Radluer.
Gut, gut, man kann es auch übertreiben.
So wie die Jungs von der Feier am Samstag.
Sie servierten Dönerfleisch mit zerkleinerten Knödeln, übergoßen mit Bratensauce, und nannten es Dödel.
Es schmeckte besser als es hieß.
Die zwei überlegen, ob sie es auf den Markt bringen.
„Aber wenn, sorgt bitte dafür , dass es besser heißt als es schmeckt“, sagte ich zu ihnen. Denn nur so, wusste ich als erfahrener Werbekoch, könnte es was werden.

Aus der Reihe “Fünf Minuten”. Weitere Beiträge findest du hier

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