Weißt du, was ich meine?

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In einem Liegestuhl auf dem Tollwood im Olympiapark am 8.7.16 um 16.17 Uhr
„Weißt du, was ich meine?“, sagt die blonde Mädchenfrau vor mir zu ihrer brünetten Freundin und zieht an der selbstgedrehten Kippe.
„Ich bin niemand, der sich einschüchtern lässt. Ich mach einfach mein eigenes Ding und wem es gefällt, gefällt es. Und wem es nicht gefällt, dem …“
Nicht dass der Wind alles verweht, denkt sich wahrscheinlich der Sand-Skulpturen-Künstler, der vor mir und den Mädchenfrauen Sand abschürft, um das, was für ihn schon immer da war, auch denen, die es nicht sehen, zu offenbaren. Uns.
Beim Schreiben ist das ja genau andersherum, denke ich. Da ist erstmal nichts und nur Leere und dann hinterlässt man was, das dem ein oder anderen etwas offenbart. Oder auch nicht.
Wobei manchmal ist da auch ein gewaltiges Chaos im Kopf. Tausend Gedanken streiten um die Vorherrschaft und dann muss man wie der Skulpturen-Künstler, ob für Sand oder nicht, alle unnützen Gedanken ab und weg und hinfort schürfen, um lediglich die Gedanken und Worte zu lassen, die für den Moment Sinn ergeben.
„Ich weiß genau, was du meinst, sagt die brünette Mädchenfrau zu ihrer blonden Freundin.
Seitlich von uns setzt eine am linken Arm tätowierte Mutti ihrem Sohn die Mütze auf. Damit sich der Sonnenbrand nicht offenbart. Japanische Touristen fotografieren das Ganze. Wobei es auch Touristen aus Taiwan sein könnten, die filmen.

Aus der Reihe “Fünf Minuten”. Weitere Beiträge findest du hier

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