Drinnen und draußen

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Am Ufer des Langwieder Sees am 22.05.16 um 13.33 Uhr
Sitze gerade am Ufer des Langwieder Sees und beobachten Menschen, die versuchen, ins Wasser zu gehen. Draußen ist es sehr heißt, drinnen sehr kalt. Der Perfekte Kontrast für ein wenig Spannung.
Die meisten gehen knietief rein, trauen sich aber nicht weiter. Sie geben Schmerzlaute von sich. „Ah“, „Oh“, „Mein Gott“ und so.
„Das ist mir zu kalt“, sagt ein durchtrainierter Alphamann und geht wieder raus. Auf seinem rechten Schulterblatt ist ein Löwe tätowiert, gerade verhält er sich aber eher wie ein Kätzchen.
„Schau, das Kind ist ganz im Wasser“, sagt seine Freundin, doch er winkt ab.
„Kinder und Senioren zählen nicht. Die haben irgendwelche Superkräfte. Denen macht die Kälte nichts“,sagt er und ich denke über diese interessante Ansicht nach.
Dann möchte ich herausfinden, ob ich nun Kätzchen oder Löwe bin.
„Wenn man mal drin ist, geht´s“, sagt eine Frau zu mir, die gerade raus kommt.
„Ja, aber bis man mal drin ist, dauert´s“, erwidere ich. Und irgendwie gilt das ja für alles. Geburt, Kindheit, Pubertät, Studium, Arbeit, Ehe, Kinder, Rente, Tod. Hinzuzufügen wäre: Kaum bist du drinnen, bist du auch schon wieder draußen.
Auf dem Spielplatz hinter meinem Rücken, stillt meine Frau ein Baby, während die große Tochter „Alle mir nach“ ruft.

Aus der Reihe “Fünf Minuten”. Weitere Beiträge findest du hier

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