Immer schön sauber, rasiert oder gewaxt bleiben

Kuscheldecke Softie

Eigentlich lesen wir Jungs keine Sex-Heftchen oder Liebesgeschichten, wir streamen sie uns lieber im Internet.

Da ich aber eine recht ausgeprägte feminine Seite habe und schon seit längerem wissen wollte, was denn jetzt an diesem „Shades of Gray“ dran ist, nahm ich mir den ultimativen Bestseller als Lektüre vor.

Wer weiß, vielleicht lenkt das Buch meine eigene Prosa in eine erfolgsversprechende Richtung oder beschert mir zumindest prickelnde Stunden unter meiner Kuscheldecke „Softie“. Mit einer heißen Schoki in der Hand – Geschmacksrichtung Chili.

Die Geschichte handelt von der jungfräulichen, in Liebesdingen gänzlich unerfahrenen Ana Steele und dem attraktiven, geheimnsvollen Unternehmer Christian Grey, dessen Geheimnis wohl daher rührt, dass er seine Sätze ausschließlich „murmelt“ oder „flüstert“.

Laut Klappentext berührt Christian damit etwas in Ana, dass sich nicht mehr verdrängen lässt. Mein Tipp: es ist der G-Punkt.

Nachdem die beiden sich nun begegnen, heiß finden und einen Vertrag aufsetzen, der regelt, dass die Sub (Ana) sämtliche Anweisungen des Dom (Christian) zu befolgen hat und z.b. zu allen Zeiten sauber, rasiert und/oder gewaxt ist, beginnt ab Seite 127, sagen wir es mal so, die erste erotische Liebeszene – sie poppen.

Dabei schaut Christian seine Ana mit einem wölfischen Grinsen an, woraufhin sie merkwürdige Zeichen im Unterleib spürt. Na hoffentlich keine chinesischen, die sich ohne Sinologiestudium nicht entziffern lassen, denke ich und nippe an meiner Schoki – spannend.

Der geheimnisvolle Christian murmelt etwas zur schüchternen Ana, dass sie erröten lässt. Ana wird sehr schnell rot, wieder und wieder, eigentlich auf jeder Seite zwei bis dreimal. Ich stelle sie mir wie eine überreife Cherry-Tomate vor und rufe schon nach dem Erntehelfer, der sie endlich pflückt.

Dann wieder Christian. „Ich begehre dich, seitdem du in mein Büro gestolpert bist.“ Und mit deinem süßen Schädel gegen die glatt polierte Glastür geknallt bist, male ich mir die Stolperszene weiter aus. Ana errötet.

Nun murmelt Christian was davon, dass er jeden Quadratzentimeter von Anas Haut küssen möchte. Wie viel Quadrat das wohl sind und wie hoch die Miete im Münchner Lehelviertel dafür wäre?

„Du riechst so gut“, findet Christian und Ana errötet erneut. In ihr scheint etwas zu explodieren. Noch nicht explodierte Silvesterböller oder Selbstmordattentäter vielleicht? Es wird immer spannender. Zum Zerreißen.

Gefühlte tausend Murmelworte und gerötete Cherry-Tomaten-Gesichter später passiert es. Christian möchte mit seiner Ana schlafen. Nein, vielmehr.

Er murmelt, „Ich werde sie jetzt ficken, Miss Steele“, während er die Spitze seines Schwanzes vor ihrer Vagina positioniert.

Weitere Fragen drängen sich auf. A, warum bittet Ana Christian nicht das Du an und B, wo sonst sollte Christians Schlumpfspitze positioniert sein als vor ihrer Vagina, wenn er sie poppen möchte – auf dem Behindertenparkplatz, oder was?

Eine Seite später ist dann auch schon alles vorbei und das kommt mir selbst für langsame Leser, die für eine Seite eine Minute brauchen, arg kurz vor – echte Casanovas können länger.

Für Ana reicht es trotzdem. Nein, vielmehr. Sie zerspringt in Millionen Stücke und ich denke dabei an das eine Lied von den Ärzten „Gestern Nacht ist meine Freundin explodiert.“

Der arme Christian, hoffentlich trug er einen Integralhelm. Ich schluchze und verschütte dabei etwas heiße Schokolade über „Softie“. Meine Kuscheldecke findet es scharf.

Was für eine tragische Liebesgeschichte. Wie geht es auf den nächsten vierhundertsechzig Seiten ohne die Hauptprotagonistin weiter, wird Christian sein wölfisches Grinsen jemals wieder erlangen und überhaupt, falls Ana nach ihrem plötzlichen Explosionstod die Haare trotzdem weiter wachsen, wer wird diese waxen? Und/oder rasieren?

Da mich die Lektüre zu tief in meinem Inneren berührt, beschließe ich, im Internet nach den Antworten zu suchen. Vielleicht gibt es auf youporn oder xhamster eine aktuelle Verfilmung des Ganzen. Redtube ist mir irgendwie zu teuer geworden.

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