Scheiße ist schwer positiv wegzudenken

Nur ganz kurz diesmal. Was du denkst, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an. Interessanter Gedanke eines guten Freundes. Klingt plausibel, logisch irgendwie. Aber, was, wenn du in Kiki trittst, ohne an Kiki gedacht zu haben. Musst du dir dann Sorgen machen, trotz positiver Grundeinstellung von der Kiki verfolgt zu sein?

Gestern wurde ich beim Schwarzfahren erwischt und muss nun 40 Euro Strafe zahlen. Die Kontrolleure waren verkleidet wie du und ich. Dann bin ich mit dem Auto links abgebogen. In eine Straße, in der man nicht links abbiegen darf. Die Polizisten tarnten sich in einem Zivilwagen, so dass ich sie nicht erkennen konnte. 30 Euro Strafe. Dass mit dem vergessenen Fahrzeugschein (10 Euro) haben Sie mir erlassen. Danke, Herr Polizeiwachmeister, sehr gnädig von Ihnen. Zum Schluss bin ich auf der falschen Seite Fahrrad gefahren. Über die Corneliusbrücke. Die Schweine lauerten hinter der Ecke auf mich. 15 Euro Bußgeld. Zum Glück hatte ich Licht an.

Nicht, dass ich mich nicht aufgeregt hätte. Das ist eine Menge Geld, dass die Isar einfach so Richtung Donau runter fließt. Es gibt bessere Möglichkeiten der Geldanlage. Gerade jetzt, wo die Renten nicht mehr sicher sind. Aber, was solls? Der Staat gibt es, der Staat nimmt es. Jeder muss sehen, wie er klar kommt.

Ich hab mir bestimmt nicht beim Aufstehen gedacht: Mann, wäre das geil, heute ohne Fahrkarte, beim falsch Abbiegen und mit dem Fahrrad auf der falschen Seite erwischt zu werden? Der MVG und der Stadt München geht es so schlecht, da brauchen die bestimmt ein paar Almosen von mir. Da helf ich doch gerne. Denk positiv, Mate. Strahle Spendierhosenlaune aus und du ziehst bestimmt das eine oder andere Bußgeld auf dich.

Wenn das wirklich so wäre mit dem Spruch vom Ausstrahlen und Anziehen, dann hätte mir heut der Kontrolleur 40 Euro geschenkt, der Polizeiwachmeister wär mit mir im Hubschrauber eine Runde über München geflogen und die Fahrradcops hätten mir mit ihren Walther PPKs erlaubt, allen modernen Pseudogeländefahrzeugen in der Innenstadt die Reifen platt zu schießen. Peng.Peng. Das wär ein Spaß.

Aber so läuft das nicht heutzutage. Für Hier und Jetzt finde ich den Spruch des legendären Fußballhelden Andreas Brehme passender: „Hast du Kiki am Fuß, hast du Kiki am Fuß.“

Manchmal tarnt sich die Kiki in Zivilfahrzeugen, trägt ganz normale Klamotten, versteckt sich hinter Ecken, lässt sich nicht mehr vom Fuß abstreifen oder kurz gesagt: Manchmal zieht Kiki neue Kiki an.

Und deine Schuhe, Du, ihr versinkt in Kiki bis diese so unerträglich zu stinken anfängt, dass Du doch noch verzweifelt versuchst, die Kiki durch positives Denken und optimistische Ausstrahlung wegzukratzen. Vergeblich.

Was jetzt hilft, sind nur andere Schuhe, frische Socken und ein neuer Tag. Verdammt noch mal, du kannst der Kiki, die dir täglich begegnet, nicht jedes Mal ausweichen, meistens siehst du sie erst gar nicht kommen. Aber du kannst ab sofort versuchen, dir zu sagen: „Leck mich Kiki. Heute kriegst du mich nicht dran“ Wer weiß, vielleicht hast du Glück und wenn nicht, liegt es wenigstens in deiner Macht zu entscheiden, ob dir die Scheiße zum Hals raushängt oder am Arsch vorbei geht. Meistens ist diese sowieso nicht so groß, als das sie Letzteres schwer könnte.

Nachtrag: Ich entschuldige mich bei allen Kikis, die ich womöglich durch diesen Blogeintrag beleidigt habe. Das war nicht meine Absicht und beschwert euch lieber bei euren Eltern.

 

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