Mein Kleeblatt hat vier Ecken

Es ist Freitag, kurz nach 10 Uhr früh und ich habe so viele Glücksgefühle in mir, dass mir das Leben so leicht und einfach erscheint als ob ich Buddha, Jesus und Mohammed in Einem wäre. Und weil es sich so fühlt, kommt auch die Erkenntnis gleich angeflogen.

Dabei brauche ich gar nicht zu fliegen, Freunde, denn dieses Gefühl ist geiler. Es ist kurz nach 10 und ich habe bereits im Bett gesungen und in der Küche getanzt. Ich habe Briefe geschrieben und aufmerksam zugehört. Ich habe den Vögeln gelauscht und Kirchenglocken läuten hören. Ich habe gefrühstückt und gelacht. Zeit für einen Kaffee war auch noch da. Aber vor allem habe ich jede einzelne Sekunde seit dem wach sein und bis jetzt geliebt.

Es ist ein unglaubliches Gefühl zu wissen, dass man angekommen ist und das „sie“ diejenige ist, welche. Zu wissen, dass das, was ich mir als kleiner Junge, damals als ich noch gar keine Ahnung hatte von gar nichts, vorgestellt  hatte, wie eine glückliche Beziehung zu sein hat, gar nicht so falsch war. Zu wissen, dass es genauso gerade ist und es wert war, die Zeit zu warten, die ich gebraucht habe, um dort anzukommen, wo ich jetzt bin.

Wir haben alles richtig gemacht, bis auf vielleicht die Lottozahlen. Aber scheiß drauf, Geld macht nicht glücklich und das ist eine Floskel, die ich gerne wiederhole. Geld macht nicht glücklich und natürlich weiß ich, dass man Geld braucht. Aber wir leben nicht nur im Zeitalter der Smartphonezombies, sondern auch im Überfluss. Und das wiederhole ich auch, damit ich es auch nicht vergesse. Aus welchen Gründen auch immer leben wir in unserer beschaulichen, luxuriösen, westlichen Käseglocke im absoluten Überfluss.

Es wird sich immer irgendetwas finden, was du machen kannst, um deine Miete zu zahlen und deinen Kühlschrank zu füllen. Gehe dreiblättrige Kleeblätter sammeln, klebe ein viertes dazu und verkaufe es am Sendlinger Tor. Schrubbe Klos oder räume Regale ein, sortiere Post oder backe Semmeln, Gott bewahre, aber wenn du unbedingt willst, arbeite in der Werbung meinetwegen.

Am Ende kommt es nicht darauf an, was du machst, sondern darauf, dass du jeden Tag noch vor 10 Uhr in der Früh, oder von mir aus bis Mittag für die Spätaufsteher unter uns, schon das gemacht hast, was dich glücklich macht. Tanze, singe, spreche, schweige, lese, schreibe, lache, weine. Mach, was auch immer du für richtig hältst, aber vor allem liebe. Von ganzem Herzen und aus tiefster Seele. Was oder wenn auch immer.

Es heißt nicht, ich arbeite, also bin. Sondern ich liebe, also bin ich. Und zwar das, was du schon immer gerne sein wolltest. Und jetzt gehe hin in Frieden und mehre dich. Ich werde es tun. Aber nicht ohne zuvor der Bundesagentur für Arbeit zu danken. Ohne dich, Liebste, wäre dieser Eintrag niemals zu Stande gekommen. Amen.

 

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