Chef, ich liebe sie nicht mehr

Ein guter Freund von mir sagt immer, das Leben ist Veränderung. Und Sicherheit Illusion. Recht hat er. Wenn man zudem bedenkt, dass laut meinem CEO Status-Quo keine Option ist, muss man schon höllisch aufpassen, nicht im Club der senkrecht Angeschissenen zu landen und nur noch am Meckern zu sein, weil einem alles irgendwie und überhaupt stinkt. Nein Kumpel, bevor dieser Zustand erreicht wird, ist es höchste Boarding-Zeit. Zeit zum Kündigen. Zeit für einen neuen Duft.

Der Duft des Neuen befreit nämlich deine Atemwege. Trotz verstopfter Nase. Du fühlst dich frei, machst dich locker und entspannst. Gemütlich in deinem neu arrangierten Zimmer. Ganz im Sinne von Feng Shui. Vielleicht zu einer Folge „The Walking Dead“. Klasse Serie übrigens.

Beim Zombie-Schauen wird dir klar, es gibt Menschen, die größere Sorgen plagen als dich. Du begreifst, hey, eigentlich stehe ich doch immer und überall auf der Sonnenseite des Lebens. Alles ist irgendwie „Chicago“. Der Frühling naht und die Komfortzone ist ein Sumpfgebiet.

Es macht Sinn, diese ab und an zu verlassen, durch den Sumpf zu waten, Schmeißfliegen mit bloßen Händen zu erschlagen und alten Ballast versickern zu lassen. Vor allem, um nicht selbst zu versickern. Von Fliegen senkrecht angeschissen. Im wohl vertrauten Status Quo des Stillstands. Sicker, sicker, sicker.

Du hörst das Nahen der lebenden Toten. Der hirnlosen Beißer. Du wirst selbst zu Einem. Du bekommst Angst. Du fasst Mut. Auf geht´s, Sumpfmensch, sagst du dir, erhebe dich aus dem Morast des Alltags und greife nach der Freiheit. Greife nach dem Leben. Kündige das Alte. Und das Neue an. Mach es mit Stil. Zieh den Bauch ein, streck die Brust raus und klopf an die Tür, auf der CEO steht. Oder ECD. Oder Business Client Director. Oder einfach Chef. Oder was auch immer. Trete ein, hol tief Luft und sprich es aus. Die Kündigung der besonderen Art. Vielleicht so etwas wie:

„Chef, es ist vorbei. Es liegt nicht an Ihnen, es liegt an mir. Ich bin einfach nicht gut genug für Ihr Unternehmen. Sie haben einen besseren Mitarbeiter als mich verdient. Einen, der ihrer Vorstellung von Arbeitseinstellung und Work-Life-Balance entspricht. Wir hatten eine schöne Zeit miteinander. Lassen sie uns auf Xing und LinkedIn befreundet bleiben. Wer weiß, vielleicht finden wir nach einer Weile wieder langsam zueinander, kommen zusammen und gehen gemeinsam Mittag. Brunch oder so. Aber gerade bin ich nicht bereit für etwas Festes. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht als Zombie für sie. Ein guter Freund von mir sagt immer, das Leben ist Veränderung. Und Sicherheit Illusion. Recht hat er. Chef, es bricht mir das Herz, aber ich liebe sie nicht mehr. Ich kündige.“

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