Wenn der Haufen zu Duften beginnt

Wer die Rose liebt, erträgt auch ihren Dorn. Und wer Tiere mag, entsorgt den Kot. So gesehen bin ich kein Tierfreund. Meine Mitbewohnerin und ich hatten bis gestern einen Kater. Sein Name war Lino und er war ein kleiner süßer Kater. Und neben klein, süß und widerspenstig auch eine richtig florierende Kotproduktionsfabrik. Wie viel aus so einem winzig flauschigen Körper rauskommt, ist schon erstaunlich. Und es ist ja nicht so, dass diese Produkthaufen dann so wohlig duften wie eine frisch gemähte Wiese. Eine blühende Rose. Oder gar das neueste Parfüm von Hugo. Nein verdammt, Scheiße stinkt. Und zwar jede. Ohne Ausnahme. Wenn dein Kater dann auch noch auf die Bohrmaschine im Flur pinkelt – zum Glück nur die von einem Freund –  ist es mit der Männerfreundschaft endgültig vorbei und höchste Zeit für ein neues Curry-Rezept. Diesmal ohne Chicken.

Wo wir gerade beim Essen sind. Ein Freund von mir hat Schlangen. Er brauchte Nahrung für sie. In einer Anzeige las er, „3 Ratten zu verschenken“ und hoppla, in nullkommanix wurde seine Liebe zu Nagetieren geweckt. Er wusste nicht, dass er sie hatte und vor allem, dass sein Aquarium plötzlich zum Terrarium für Ratten wurde. Natürlich nur in seinem teuflisch durchtriebenen Drehbuch. Nachdem er bei der Frau mit den zu verschenkenden Ratten eine oscarverdächtige Schauspielleistung a lá Matt Damon in Departed hinlegte und ihr bewies, dass seine Liebe zu Ratten bis zum Himmel und darüber hinaus reichte, legte diese ihm die drei Nager in den Karton. Gefolgt von den Worten: „Ich merke schon, bei ihnen werden sich meine Lieblinge richtig wohl fühlen.“ Mit Sicherheit grinste er diabolisch. Eine Stunde später landeten die Ratten im Terrarium. In dem der Schlangen. Dass aus ihnen kein Rosenbeet entstehen würde, war klar.

In „How i met your mother“ fragt Ted Mosby seine Freundinnen immer, ob Sie eher der Katzen- oder der Hunde- Typ sind. Ich weiß nicht, aber wenn ich darauf antworten müsste, würde ich mich eindeutig für den Hund entscheiden. Im Sommerurlaub hatte ich das Vergnügen mit einem Labrador zu verreisen und da war dieser Tag am Meer. Bex rannte auf mich zu, sprang mich an und wischte seinen Sabber an meinem Bein ab. Es war herrlich. Ich fühlte mich wie beim ersten Date mit meiner Traumfrau. Ja, mit einem Hund könnte ich es aushalten. Eine treue Seele, loyal, integer – und immer zum Kuscheln bereit. Eigentlich fast perfekt. Wenn nur nicht diese eine Sache wäre, die ich einfach nicht packe. Obwohl jetzt an den kalten Herbsttagen… immerhin bräuchte ich keine Handschuhe mehr, um meine Hände zu wärmen. Aber das ist eine andere Geschichte.

In dieser Geschichte geht es darum, dass Tiere nicht nur auf dem Teller glücklich machen, sondern auch als Lebensbegleiter. Man gewinnt sie lieb und sie einen auch. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Und egal ob Katze, Schlange, Hund oder Ratte – wenn man jemanden liebt, erträgt man auch seine Dornen. Und beginnt auch in einem Haufen zarte Blüten zu erkennen, die duften. Ich werde Lino vermissen.

Noch ein kleiner Filmtipp für den Herbst: Crazy, Stupid. Love – absolut sehenswert und überaus lehrreich in Sachen Herzensangelegenheiten.

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