Ein Mittelfinger für die Sorgen

Sprechen wir heute wieder mal über Sachen, die glücklich machen. Das sind definitiv Pfannkuchen, Maracujasaftschorlen, die neue Folge „Twoandahalfmen“ mit Ashton Kutcher, die kroatische Hiphop-Band The Beat Fleet und vor allen Dingen: dicht auf wackligen Bänken Gassenhauer grölen und sich mit wildfremden Menschen verbrüdern. Die Wiesn ist in da Haus und für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben. Nein Freunde, München wurde nicht von einem tödlichen Virus heimgesucht, der normale brave Erdenbürger in torkelnde, lallende Zombies verwandelt, die sich zu allem Überfluss noch wie zu Fasching verkleiden, um dem Gott der Tracht Tribut zu zollen. Oder die sich die von allen gepriesene Lederhosen – ja, gestern trug ich auch eine – vor öffentlichen Grundschulen pünktlich um Mitternacht wieder ausziehen, um einen astreinen Striptease für den Rest des Volkes hinzulegen, die mit diesem Schmarrn rein gar nichts zu tun haben wollen.

Ich wollte dieses Jahr auch rein gar nichts mit der Wiesn zu tun haben. Zu bunt, zu laut, zu heiß, zu stickig, zu viel. Aber was soll ich sagen? Erstens kommt es anders und zweitens:Bist du zu schwach, ist das Bier zu stark und nach spätestens zwei Maß oder wie unser schwäbischer Kollege sagen würde, Maaaaaaas wird man glücklich. Sogar dann, wenn man eigentlich traurig ist. Man umarmt sich, busselt sich und schreit den Sorgen so richtig laut „Fuck You“ ins Gesicht. Und den Mittelfinger hinterher. Punkt.

Man kann ja zur Wiesn stehen, wie man möchte. Aber, wenn man einen Niederbayern und Oberbayern darüber streiten hört, ob man nach dem Zuprosten die Maß jetzt abstellt oder nicht, weil es sonst nicht gilt, ist das herrlich.Wenn der schwäbische Kollege a Maaaaaaas bestellt und ihn alle am Nachbartisch auslachen, ist das saugeil. Und wenn man um Mitternacht vor einer Grundschule einen Strip hinlegen will, dann macht man das halt einfach.

Was ich aber eigentlich sagen möchte: Am glücklichsten ist der Mensch doch unter glücklichen Menschen.Wenn es eines Kruges voll hochprozentigen Hopfensafts braucht, um sich glücklich zu füllen (das ist kein Rechtschreibfehler), dann soll das so sein. Und es ist gut so. Also geht´s hin und werdet glücklich. Auch wenn ihr eigentlich traurig seid.

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