Günstige Flipflops, grüne Würmchen und große Titten

Es ist Zeit mal darüber zu reden, ob das Leben nicht ein ewiger Fluß ist oder doch nur ein abgeschlossener Tümpel. Einer, der sich immer weiter und weiter mit Viren, Bakterien und kleinen grünen Würmchen füllt. So lange schließlich, bis er umkippt und dann – Ende Gelände. Das Freibad macht zu und die Badesaison ist vorbei. An der Isar gibt es auch so kleine grüne Würmchen und ich habe sie am Wochenende auf meiner Haut gespürt, als ich dort mit einer hübschen Begleitung, das letzte schöne Sommerwochenende verbracht habe, um mich von dem Fluß treiben und die Sorgen vergessen zu lassen. Wie heißt es so schön, das Leben ist Veränderung und Sicherheit eine Illusion. Falls man mit Flip Flops in die Isar steigt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man mit Sicherheit einen verliert. Weil nämlich dieser von der Strömung so schnell mitgerissen wird, dass man da gar nicht mehr hinterher kommt. Ich weiß das – aus Beobachtung.

Da war also diese Frau, Mitte dreißig oder mehr, schwarze, knielange Leggins, schwarzes Top, die Haare zu einem Zopf und etwas dicker als der Durchschnitt. Ihr linker Flipflop – oder war es der rechte – strömte Richtung Deutsches Museum und die Frau ihm storchenmäßig hinterher. Ich beobachtete das Ganze ein wenig gespannt und recht amüsiert, aber auch sehr passiv und nicht gerade tatenfreudig vom Ufer aus. Ich dachte mir: „Die dicke Frau, die Dicke, die – die kriegt den FlipFlop doch so nie.“  Eigentlich hätte ich ihr helfen und mich heldenhaft in die Fluten stürzen können, um den Schuh vor dem sicheren Nichts zu retten. Doch, scheiß drauf, dachte ich. Es war Sonntag, die Sonne schien und bei Rossmann gab es neue FlipFlops für 1,99. Außerdem konnte die Frau ruhig ein wenig Bewegung vertragen. Da schaltete sich plötzlich meine attraktive Begleitung ein ( ich weiß nicht, ob sich meine Freundin freut, wenn sie in meinen Blogeinträgen vorkommt) und meinte, ich könnte der armen Frau doch helfen. Woraufhin ich meinte, ja, könnte ich und würde ich sogar auch, wenn sie nur etwas hübscher wäre. Also die Frau mit schwarzen Leggins. Ich machte einen Scherz. Meinte es aber gleichzeitig natürlich ernst. Die Isar war ein reißender Wildfluß und für 1,99 riskierte man nicht sein Leben. Schon gar nicht an einem Sonntag Nachmittag und wenn man aus einer katholischen Familie kam. Meine Begleitung schimpfte mich als gemeinen Fiesling, ich zuckte nur gleichgültig mit den Achseln und wartete auf meine Rache. Und manchmal kommt die Rache ja nicht kalt, sondern in Form eines kleinen Jungen daher, der ziemlich große Brüste für sein Alter (und einen kleinen Jungen im Allgemeinen) hatte.

„Ach du Scheiße, der hat ja größere Titten als ich!“ meinte meine charmante Begleitung (jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Personen ist reiner Zufall) und wir mussten beide heftig lachen. Die Frau, es war die Mutter des kleinen männlichen Busenwunders gab auf und ging an mir vorbei. Ich gab ihr einen mitleidigen Blick und den Tipp mit dem Drogeriemarkt. Ach, schloß ich aus dem Ganzen, manchmal ist das Leben ein Fluß und manchmal ein stinkender Tümpel. Den FlipFlops meiner Freundin wäre ich mit Sicherheit hintergeschwommen – kleine grüne Würmchen, Lebensmüdigkeit und Sonntag hin oder her.

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