Unvollendete Vorhaben

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Im Schlafzimmer daheim am 5.Juli 2019 um 12:49 Uhr 
Ich liege im Bett und erinnere mich an eine fast vergessene Reihe. 5 Minuten. 5 Minuten schreiben und dann, wenn der Timer klingelt, den Stift absetzen. Ob fertig oder nicht. Wie lange habe ich das schon nicht mehr getan? Und warum?
Vielleicht, weil ich gerne Dinge beende, bevor sie fertig sind, oder überhaupt beginnen. Begonnen haben.
Der Wind schlägt die offene Balkontür gegen den Rahmen. Die Plane über dem Wintergarten, die ich über die Löcher, die der Hagel rein geschossen hat, ausgebreitet habe, flattert, weil ich sie nicht fest genug mit Panzerband befestigt habe. Weil ich Dinge gerne beende, bevor sie richtig vollendet sind. Weil das Vollendete mich fertig macht.
Vielleicht ist das mein Ding, Vorhaben nicht zu Ende zu bringen, um dann nicht fertig sein zu müssen, dass sie zu Ende sind. So bleibt immerhin die Hoffnung, sie zu Ende bringen zu können. Eines Tages.
Vielleicht lerne ich es ja eines Tages und mache es anders, vielleicht zu Ende, vielleicht auch nicht, der eine Tag wird es zeigen.
Meine kleine Tochter schläft in ihrem Bett, dabei wollte sie die ganze Zeit wach bleiben und spielen, solange bis wir die große Schwester holen. Aber wie das Panzerband die Plane über den Hagellöchern des Wintergartens oder ich die Dinge, die ich beginne, konnte sie ihr Vorhaben nicht zu Ende …

Aus der Reihe “Fünf Minuten”. Weitere Beiträge findest du hier

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